Sag dir selbst: Ich liebe dich! Schenke dir Selbstliebe, um deinen Krebs zu akzeptieren.

Sag dir selbst: Ich liebe dich! Schenke dir Selbstliebe, um deinen Krebs zu akzeptieren.

m[ ]nd studio Selbstliebe schenken

Wie du in 5 Schritten deinem Krebs und dir selbst mehr Liebe schenken kannst

Du betrachtest den Krebs als Feind in dir und weißt nicht, wie du mit der Krebsdiagnose umgehen, geschweige denn deinem Körper jemals wieder vertrauen sollst? Das „Geheimnis“ ist, dir und dem Krebs Liebe zu schenken.

Selbstliebe war für mich der Schlüssel, meine Krebserkrankung zu akzeptieren und mein Leben heute wieder in vollen Zügen zu genießen. Was sich seitdem in meinem Leben alles verändert hat? Ich habe die Liebe meines Lebens gefunden: MICH. Und ich baue mir ein Leben auf, das auf meinen Bedürfnissen und Wünschen basiert. Ich liebe mich und meinen Brustkrebs, denn er hat mir den Weg gezeigt.

Die fünf Schritte zu mehr Selbstliebe sind:

1. Reflektiere dich.
2. Akzeptiere dich.
3. Integriere achtsame Denk- und Verhaltensweisen in deinen Alltag.
4. Sei stets liebevoll zu dir.
5. Genieße dein Leben in vollen Zügen.

Was ist Selbstliebe?

Selbstliebe ist die bedingungslose Akzeptanz deiner selbst. Bedingungslos bedeutet, dass die Liebe an keine Bedingung geknüpft ist. Du gibst dir Liebe, weil du sie verdient hast. Einfach so. Bei einigen triggert diese Aussage vielleicht ein Gefühl von Scham, Schuld oder auch Unwohlsein. Woher stammen diese Gefühle?

Warum fällt es manchmal schwer, sich selbst zu lieben?

„We accept the love we think we deserve.“

Stephen Chbosky „The Perks of Being a Wallflower“

Selbstliebe wird oft leider auch als purer Egoismus missverstanden. Egoistisch ist es jedoch nur, wenn man seine Bedürfnisse immer und ohne Ausnahme an erste Stelle stellt. Dieses Extrem der Selbstverliebtheit nennt man auch Narzissmus. Eine gesunde Selbstliebe dagegen ist mit einem hohen Selbstwertgefühl verbunden und sie bewirkt genau das Gegenteil von einer krankhaften Selbstverliebtheit: Es geht dir gut, denn du lebst zufrieden und nach deinen Bedürfnissen, und nur so kannst du im Leben auch andere bereichern und unterstützen.

Mit der Krebserkrankung hast du vielleicht dein Vertrauen in deinen Körper verloren. Denn wie kann man einen kranken Körper – den Krebs – überhaupt lieben, wenn genau dieser einen doch zerstören, ja, sogar umbringen möchte?

Das Bild vom inneren Feind kann jedoch problematisch werden. Warum? Das Bild kann Gefühle von Hass, Abscheu und Antipathie schüren. Langfristig schaden diese Gefühle aber nicht dem Krebs, sondern nur dir selbst. Den Krebs interessieren deine Gefühle nicht. Für ihn ist es ein gefundenes Fressen, denn negative Gefühle bedeuten oft nur Stress für den Körper.

„An Zorn festhalten ist wie Gift trinken und erwarten, dass der andere dadurch stirbt.“

– Buddha

Stelle dir vor, du könntest dem Krieg ein Ende setzen? Was, wenn du bereits alles in dir trägst, um Frieden zu schließen? Ich lade dich ein, dir folgende Frage einmal zu stellen: Was passiert, wenn der Krebs dein Freund und nicht dein Feind im Körper ist? Wenn du lernen kannst, den Krebs zu akzeptieren – ja, vielleicht sogar zu lieben?

In diesem Artikel zeige ich dir die 5 Schritte, die mir während meiner Krebsbehandlung geholfen haben, genau das zu tun. Ich möchte hier anmerken, dass diese Schritte kein Über-Nacht-Wundermittel, keine Zauberformel und kein „quick fix“ sind. Diese Schritte sind ein Prozess. Ein fortlaufender, nervenzerreibender, wertvoller, lohnender Prozess. Mir haben sie geholfen, mich mit meiner Krebserkrankung auseinanderzusetzen und mich mit mehr Liebe, Zufriedenheit und Freude meinem neuen Leben zuzuwenden.

Worauf wartest du?

Schritt 1: Reflektiere dich

Wie sprichst du mit dir selbst? Sind es wohlwollende und ermutigende Worte?

– „Du packst das!“
– „Du bist stark!“

Oder hörst du eher die kritische oder herabwürdigende Stimme in dir?

– „Du hast es ja nicht anders verdient bei deinem ungesunden Lebensstil!“
– „Du schaffst das eh nicht – du gibst doch immer so schnell auf.“

Wenn wir anfangen zu beobachten, wie wir zu uns selbst sprechen, können wir erkennen, wann die Kritiker-Stimme laut wird und alle anderen Anteile oder Stimmen in uns übertönt. Welche anderen Stimmen gibt es in dir? Welche möchtest du lauter hören?

Wenn es dir schwerfällt, den:die Kritiker:in in dir zu stoppen, dann ist das ganz normal. Wenn der:die Kritiker:in stets laut war, sind seine:ihre Stimmbänder gut ausgebildet. Daher braucht es etwas Übung, den anderen Stimmen Gehör zu verschaffen. Was mir in den Situationen der Selbstkritik hilft, ist die Frage: „Was würdest du zu einem:er guten Freund:in sagen, wenn er:sie in der gleichen Situation ist?“ Allein diese Frage kann den:die Kritiker:in etwas leiser werden oder sogar ganz verstummen lassen.

Schritt 2: Akzeptiere dich

Selbstliebe ist eng verbunden mit deinem Selbstwertgefühl. Einige glauben, sie wären es nicht wert, geliebt zu werden. Diese Überzeugung wird meist in der frühen Kindheit gebildet. Als Kind hat man das Bedürfnis, von seinen Eltern oder Erziehungsberechtigten geliebt zu werden. Die Aufgabe jener ist, dieses Bedürfnis auch zu stillen. Häufig passiert es jedoch, dass die Liebe der Erwachsenen an Bedingungen geknüpft werden:

Wenn du …
– artig bist …
– das Spielzeug weggeräumt hast …
– in der Schule gute Leistung erzielst …
– unsere Erwartungen erfüllst …

Im Laufe der Zeit (er-)lernt das Kind, dass erst eine Gegenleistung erbracht werden muss, damit es liebeswert ist. Diese Überzeugung kann auch im Erwachsenenalter noch tief verwurzelt sein, sodass man sich ständig als nicht gut genug oder als nicht liebenswert empfindet. Oft stellen solche Menschen auch hohe Erwartungen an sich selbst, in der Hoffnung, bei Erfüllung endlich liebenswert zu sein.

Fällt es dir schwer, dich selbst als liebenswert zu sehen, oder hast du seit deiner Krebserkrankung Probleme damit, dir selbst Liebe zu geben? Dann kann es auch damit zusammenhängen, dass du dich oder deinen Krebs (noch) nicht akzeptiert hast. Eine Krebserkrankung kann dein Selbstwertgefühl weiter angreifen. „Krebs ist bösartig, daher bin ich schlecht und nicht liebenswert“, wäre ein Extrembeispiel, wie sich solche Gedanken abspielen könnten (bewusst oder unbewusst). Die Erkrankung kannst du nicht ändern. Sie ist passiert. Wie du über deinen Krebs denkst, fühlst und wie du reagierst, das wiederum kannst du beeinflussen.

Unsere Gedanken schaffen unsere Realität

Was wir über uns denken hat direkten Einfluss auf uns, denn Gedanken schaffen unsere Realität. Gedanken sind mächtig und können unsere Gesundheit fördern. Die Kehrseite: Sie können uns leider auch schaden. Sich diese Gedanken bewusst zu machen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen ist der erste Schritt. Der zweite ist zu lernen, Dinge zu akzeptieren, die wir nicht ändern können. Denn du kannst nichts erreichen, was du bereits bist! Du bist bereits liebenswert, OHNE dass du dafür etwas tun müsstest. So, wie du bist, bist du liebenswert. Denn jeder Mensch ist liebenswert!

Die Rede ist nicht davon, den Krebs krampfhaft anzunehmen und zu lieben. Unter Zwang geht das nicht. Auch den Krebs kleiner zu machen oder gar wegzudenken, hilft langfristig niemandem. Wenn du den Krebs komplett ignorierst oder gar ablehnst, dann bekämpfst du einen Teil von dir. Das kostet Energie und Nerven. Lernst du ihn zu akzeptieren, dann nimmst du den Druck heraus.

Wie schaffst du mehr Akzeptanz?

Hier ein paar Beispiele, wie du mit Selbstakzeptanz und Selbstliebe mit deinem Krebs in den Dialog kommst:

– „Der Krebs ist ein Teil von mir, ich mag ihn zwar nicht, aber ich möchte von ihm lernen.“
– „Der Krebs ist im Grunde bösartig, aber ich sehe das Gute, denn er lenkt meine Aufmerksamkeit auf mich, meine Bedürfnisse, meine Gesundheit.“
– „Ich habe Krebs. Was kann ich tun, damit ich gesund werde und auch bleibe?“

Es geht darum, all deine Anteile – dich als Ganzes – zu akzeptieren, denn nur so kannst du dich verändern, und mit der Zeit kann daraus auch Liebe entstehen. Auch hier ist wichtig: Du musst nicht alle Anteile lieben, aber sie anzuerkennen und zu akzeptieren kann eine Art der Selbstliebe sein.

Schritt 3: Integriere achtsame Denk- und Verhaltensweisen in deinen Alltag

Richtet man seinen Blick aufs Innere und setzt sich mit sich selbst auseinander, können automatische Muster im Leben und Wünsche sowie Bedürfnisse aufgedeckt werden. Wie bereits gesagt: Unsere Gedanken gestalten unsere Realität – und unsere Gewohnheiten. Diese sind nicht in Stein gemeißelt. Es ist möglich, neue Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren und alte anzupassen.

Der erste Schritt ist die Beobachtung dieser Gedanken. Wie denkst du über dich selbst, wie behandelst du dich, was für eine Realität schaffst du dir? Es geht nicht darum, sofort alle schlechten Gewohnheiten auf einmal zu ändern, sondern darum, Gewohnheiten zu beobachten und auch die Liebe in alltäglichen Gewohnheiten zu entdecken.

Gehe auf Entdeckertour

Jetzt ist dein Entdeckergeist und deine Neugierde gefragt. Vielleicht hast du Lust, die Tage mal:

– den Moment des Aufwachsens bewusst wahrzunehmen und dich für den guten Schlaf zu bedanken.
– dein Frühstück ganz bewusst zu genießen.
– beim Eincremen mit deiner Lieblingslotion das Gefühl zu genießen, deine Hände auf dem Körper zu spüren und den Duft der Lotion zu riechen.

Erlebe diese Momente bewusst und denke daran, dass du dir dabei etwas Gutes tust. Mit dem achtsamen Erleben alltäglicher Gewohnheiten entwickelt sich über Zeit immer mehr Selbstliebe. Und du siehst: Es sind kleine Schritte mit großer Wirkung.

Schritt 4: Sei stets liebevoll zu dir

Kleine Erinnerung: Nichts ändert sich über Nacht, also sei liebevoll zu dir selbst! Wenn du dein Leben lang Schwierigkeiten hattest, dir selbst Liebe zu schenken, wird es dir nicht von einem auf den anderen Tag leichtfallen. Es ist ein Prozess. Lasse dich darauf ein und gebe nicht auf, wenn es mal nicht klappt. Die ersten Schritte helfen dir, am Ball zu bleiben, denn nur, wenn wir lernen, uns unsere Gedanken und Gefühle bewusst zu machen und sie zu reflektieren, können wir Veränderung bewirken.

Sei stets dein:e beste:r Freund:in

Rufe dir immer wieder ins Gedächtnis: „Würde ich so mit einer guten Freundin umgehen oder sprechen?“ Behandele dich und deine Gedanken so, wie du andere auch behandelst. Nun kann es aber passieren, dass du auf Widerstand stößt. Das ist normal. Beobachte ihn, frage dich, warum dieser Widerstand da ist, woher er kommt. Erst, wenn du verstehst, wo er herrührt, kannst du ihn vorsichtig abbauen. Stück für Stück.

Bei mir ist es oft vorgekommen, dass mich meine Gefühle in der Krebsbehandlung überwältigt haben. Es war quasi eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Auch das ist o. k. und ganz normal. Krisen sind leider niemals leicht. Das zu akzeptieren und sich bewusst zu machen, dass auch wieder andere Zeiten kommen werden, kann bereits der erste Schritt zur Veränderung sein.

Umso öfter du dich und dein Inneres beobachtest und wahrnimmst, desto leichter wird es dir fallen, liebevoller mit dir selbst zu sein.

Schritt 5: Genieße dein Leben in vollen Zügen

Der Krebs ist oder war da. Du bist erkrankt. Diese Situation kannst du erstmal nicht ändern, egal, wie sehr du es dir auch wünschst. Daher ist es umso wichtiger, dein Leben in vollen Zügen zu genießen. Die Krebserkrankung ist wie ein greller Scheinwerfer, der seinen Lichtpegel auf die menschliche Vergänglichkeit wirft. Der Krebs rückt deine Sterblichkeit in den Vordergrund deines Bewusstseins. Drängt sie dich schon fast auf. Niemand denkt gerne über den Tod nach, weil dieser in unserer Gesellschaft leider noch oft tabuisiert wird. Aber es kann hilfreich sein, dir deine Sterblichkeit vor Augen zu führen, denn der Tod kann nicht ohne seinen Gegensatz Leben existieren. Und so kann der Blick auf ein mögliches verfrühtes Ende dir helfen zu fragen: Haben wir vergessen zu leben? Lebe ich das Leben, was mich zufrieden macht? Habe ich alles erlebt, was ich erleben will?

Stop. Innehalten. Reflektieren.

In der heutigen Zeit rennen viele nur noch blind durchs Leben und haben vergessen, das Leben zu spüren. Sie leben von Termin zu Termin, befriedigen Bedürfnisse des Partners, der Kinder, von Familie oder Freunden. Sie arbeiten in einem Beruf, der sie nicht erfüllt, weil sie die finanziellen Mittel brauchen, um ihren gewachsenen Lebensstil zu finanzieren. Oft haben sie den Blick für das Wesentliche verloren.
Findest du dich vielleicht in einer oder mehreren dieser Aussagen wieder?

Krebs als Weckruf wahrnehmen

Die Krebserkrankung kann ein Weckruf aus dieser Blindheit sein. Es rückt die kleinen Dinge im Leben wieder in den Mittelpunkt. Es kann dich innehalten lassen, um über dein Leben nachzudenken. Das haben viele verlernt, dann heißt es oft:

– Ich gönne mir den Urlaub, wenn ich befördert werde.
– Ich gönne mir Zeit für mich, wenn meine Kinder aus dem Haus sind.
– Ich gönne mir eine Auszeit, wenn ich …

Was passiert hier? Genuss wird wieder an Bedingungen geknüpft.

Auch ich musste erst mal wieder lernen richtig zuzuhören. Während meiner Krebsbehandlung habe ich meinen Körper und dessen Bedürfnisse erstmalig wieder wahrgenommen. Mein Leben kam zum Stillstand und gab mir die Möglichkeit, Bilanz zu ziehen. Wo war „ich“ geblieben? Gefühlt auf der Strecke.

Sich bewusst täglich etwas gönnen

Gönne dir also Auszeiten, das Stück Schokolade, die Stunde Yoga am Morgen oder den Spaziergang an der frischen Luft. Unterbreche die Hetze und das Hamsterrad und gehe bewusst und ruhig durch dein Leben. Es gibt keinen Ort, wo du sein musst, außer im Hier und Jetzt. Auch hier gilt wieder: weniger ist mehr. Fange klein an und gönne dir jeden Tag eine Kleinigkeit. Frage dich: Was kann ich mir heute Gutes tun, was kann ich mir heute gönnen? Unterscheide dabei zwischen kurzfristigen Befriedigungen und wahrem Genuss. Das kann auch mal heißen, dass der Verzicht auf etwas – was in dem Moment unangenehm ist – dir langfristig guttut. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

Übt man sich täglich darin, sich etwas Gutes zu tun, wird es irgendwann zur Gewohnheit. Mache es also zur Gewohnheit, dich gut zu behandeln und deine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Dann schenkst du dir jeden Tag – Stück für Stück – etwas mehr Selbstliebe.

* Photo by Tim Mossholder on Unsplash

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